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Anträge der Grünen Kreistagsfraktion zum Thema Errichtung einer Agrogentechnikfreien Anbauzone im

Antrag 1

Der Kreistag möge beschließen, dass der Landkreis Pfaffenhofen frei von Agro-Gentechnik sein soll und alle Landwirte, Grundstücksbesitzer öffentlich dazu aufruft, dieses Ziel zu unterstützen.

Antrag 2

Der Kreistag möge beschließen, das die Flächen, die sich im Besitz des Landkreis Pfaffenhofen befinden, frei von Agro-Gentechnik sein sollen. Diese Vorschrift soll auch für Pächter gelten.

Antrag 3

Der Kreistag möge beschließen, die Staatsregierung aufzufordern, die Versuche mit Bt-Mais im Landkreis einzustellen sowie keine weiteren Freisetzungen im Landkreis Pfaffenhofen vorzunehmen.

Antrag 4

Der Kreistag möge beschließen, dass auch künftig die Versorgung mit "gentechnikfreien Lebensmitteln" (0,9 %-Regelung) für das Kreiskrankenhaus sowie auch anderen öffentlichen Einrichtungen (Schulen), sichergestellt wird.

Begründung:

Rund 70 % der Verbraucher in der "Europäischen Union" lehnen Agrogentechnik und gentechnisch veränderte Lebensmittel ab! Normalerweise sollten diese Zahlen in einer Demokratie Grund genug sein, um dieser Technologie Einhalt zu gebieten!

Mit dem neuen Gentechnikgesetz möchte die Bundesregierung analog einer EU-Richtlinie zur Zulassung von von genveränderten Organismen (GVO), ein Nebeneinander von ökologischen, konventionellen und gentechnisch veränderten Kulturen in Deutschland umsetzen. Trotz der momentanen positiven Haftungsregelung werden aber die Risiken des Anbaus genveränderter Pflanzen nicht ausgeschlossen.

Für die ökologisch wirtschaftenden Betriebe wird die Existenzgrundlage gefährdet, weil eine wilde Auskreuzung genmanipulierten Erbgutes langfristig nicht verhindert werden kann und damit - trotz größter Anstrengungen der Betroffenen - die Richtlinien für den ökologischen Landbau nicht mehr eingehalten werden können.

Die Erfahrungen in der Praxis zeigen bereits, dass eine Koexistenz von herkömmlicher Landwirtschaft mit der "generänderten Variante" nicht möglich ist. In Amerika gibt es bereits riesige Gebiete, in denen eine "Gentechnikfreie Produktion" nicht mehr möglich ist. Gerade im kleinstrukturierten Bayern - was ja den Reiz unserer Landschaft ausmacht - würde eine Auskreuzung von GVO sehr schnell stattfinden. Eine aktuelle englische Studie belegt die Auskreuzung von genmanipulierten Rapspflanzen bis zu einer Entfernung von 26 Kilometern. Bei Mais nimmt die Auskreuzung nach 25 Metern Entfernung bereits rapide ab und dennoch können auch Maispollen durch extreme Wetterlagen, Tiere und Insekten große Entfernungen zurücklegen.

Für die konventionell wirtschaftenden Landwirte entsteht durch den von interessierten Konzernen geförderten Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ein massiver Kostendruck, der sie über kurz oder lang trotz der bei den meisten Landwirten vorhandenen Skepsis zur Verwendung von genmanipuliertem Saatgut drängen wird.

In Amerika sind die Zeiten des von den Konzernen subventionierten Saatgutes bereits weitgehend vorbei, die Preise ziehen kräftig an, der vermeintlich finanzielle Vorteil verkehrt sich langfristig nun in ein Nachteil. Stellt sich dann nach Jahren heraus, dass tatsächlich wilde Auskreuzungen stattgefunden haben oder gar gesundheitliche negative Folgen durch die Verwendung von genmanipulierten Pflanzen festgestellt werden mussten, kommen auf diese Landwirte existenzbedrohende Schadensersatzforderungen zu, für die es keine Möglichkeit eines Versicherungsschutzes gibt - Gentechnik wird von den Versicherern als unkalkulierbare Risikotechnologie eingestuft. Eine extreme Beschleunigung des so genannten "Strukturwandels", also des Höfesterbens und der Konzentraion auf agrarindustrielle Großbetriebe, wird die Folge sein.

Für kleinstrukturierte Länder wie Bayern ist es zwingend notwendig "gentechnikfrei" produzieren zu können, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Nachfrage nach "nicht genmanipulierten Nahrungsmitteln" ist riesig. Viele asiatische Länder, der Großteil der Europäer und sogar 30 % der Amerikaner bevorzugen "genetisch saubere Lebensmittel". Diesen Markt sollten wir uns nicht nehmen lassen!

Für den Verbraucher werden sich "unbelastete Lebensmittel" weiter verteuern, weil die erforderlichen Untersuchungen nicht gerade billig sind. Sozial schwächere Familien werden sozusagen genötigt, die "billigeren, weil gentechnisch veränderten Lebensmittel" zu kaufen. Die "Wahlfreiheit" schwindet mit der Kaufkraft.

Für den Landkreis Pfaffenhofen, der künftig auch für den Tourismus attraktiver werden soll, wird der Abschluss eines solchen Vertrages zu einem außerordentlich wirksamen Werbeargument. Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Freisetzung genmanipulierter Organismen und die Erzeugung genmanipulierter Nahrung generell ab. Für die Politik ist das eine große Chance, den Bürgern zu zeigen, dass Politik für die Menschen gemacht wird und nicht für Konzerninteressen.

Die Agro-Gentechnik ist für Mensch und Natur ein hochriskantes Verfahren. Genmanipulation hat nichts mit konventionellen Zuchtmethoden zu tun, da komplett artfremde Gene in die Pflanzen eingeschleust werden. In der Natur ist so etwas nicht möglich! Gentechnisch veränderte Organismen haben die Eigenschaft sich zu vermehren und genetische Informationen mit anderen Pflanzen auszutauschen. Es handelt sich um eine nicht rückholbare Technologie, die ein gentechnik-freies Wirtschaften auf Dauer unmöglich machen wird. Nicht zuletzt gibt es Indizien dafür, dass von gentechnisch-veränderten Pflanzen große Schäden für Mensch und Tier ausgehen können.

Eine aktuelle Studie, von der Regierung Oberösterreich in Auftrag gegeben, belegt, dass es selbst verfrüht ist, gentechnisch veränderte Futtermittel in der Tierernährung einzusetzen. Bei mit Bt-Mais (Bt=Bazillus Thuriengensis) gefütterten Schweinen wurde das Bt-Toxin im ganzen Verdauungstrakt nachgewiesen. Bisher ging man fälschlicherweise davon aus, dass das Toxin bereits im Magen abgebaut werde. Welche Langzeitfolgen die Belastung mit Bt-Toxin bringt, ist bislang nicht erforscht. Mäuse haben auf gleiche Versuche bereits Immunreaktionen im Verdauungstrakt gezeigt. Gleiches lässt sich bei den Schweinen erwarten. Bei Kühen lassen sich zwar keine GVO in der Milch feststellen, aber Stoffwechselveränderungen bei Kühen sind schon beobachtet worden - Langzeitfütterungsversuche gibt es nicht!

Es gibt Hinweise, die es möglich erscheinen lassen, das über die Pollen von Bt-Mais das Blut von Menschen mit einem so genannten "intakten Virus-Promoter" aus diesem Bt-Mais angereichert werden kann (Quelle: Sydney Morning Herald).

Auch wenn es in diesem Fall nur ein Hinweis ist, so müssten doch alle Alarmglocken schrillen und entsprechende Untersuchungen getätigt werden!

In der Praxis werden immer mehr Resistenzbildungen beobachtet, die dann doch wieder einen Mehreinsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig machen. Es ist auch schon vorgekommen, dass ein zu bekämpfender Schädling (Kohlmotte) innerhalb kürzester Zeit gegen das in das pflanzliche Erbgut geschleuste "Bt" (Bazillus Thuriengensis) resistent geworden ist und sich nun von den Eiweißbestandteilen dieses Bts bestens ernährt!

Bt ist auch als Pflanzenschutznmittel zugelassen. Die Wirkstoffkonzentration, die mit der genveränderten Bt-Pflanze auf die Fläche ausgebracht wird, entspricht jedoch in etwa der zweitausendfachen Menge einer "normalen Spritzung".

Die Anreicherung der Böden ist dementsprechend gewaltig, die Auswirkungen kaum erforscht, Langzeitversuche gibt es bisher nicht!

Wenn hier speziell für unser Hopfenanbaugebiet Vorteile versprochen werden, die den Hopfenbauern entstehen könnten, wenn die Population des Maiszünslers durch den Anbau von Bt-Mai eingedämmt werden könnte, so kehren sich anfängliche Vorteile für die Landwirtschaft nach wenigen Jahren ins Gegenteil um. Erfahrungen aus der Praxis belegen dies zigfach! Es sind auch keine Versuche mit Bt-Mais in Deutschland nötig, weil man sich die Ergebnisse aus dem Ausland holen kann!

In Amerika haben sich verschiedenen genmanipulierte Rapspflanzen und auch deren Verwandte untereinander gekreuzt, was regelrechte "Superunkräuter" hervorbrachte, die sich nach wie vor zügig ausbreiten und den Farmern enorme Kosten verursachen, durch massiven Mehraufwand im Pflanzenschutz.

Wenn es die Großkonzerne schaffen, mit der Agrogentechnik auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen, dann wird einer der nächsten Schritte sein, die Terminatortechnologie einzusetzen. Bei dieser Technologie wird kurz vor der Samenreife ein Enzym aktiviert, das die Keimfähigkeit des Samens zerstört! Der Landwirt wird somit genötigt, immer wieder "neues Saatgut" zu kaufen, da der traditionelle Nachbau nicht mehr möglich sein wird. Als extrem gefährlich wird die Auskreuzung von Terminatorpflanzen eingestuft, da es denkbar ist, dass über einen längeren Zeitraum sämtliche "normale Zuchtsorten" und auch die Wildformen so mancher Kulturpflanzen, die heute unsere Ernährungsgrundlage darstellen, weitgehend aussterben.

Die Evolution hat im Laufe der Zeit ein fein austariertes Ökosystem geschaffen, dessen Gleichgewicht durch die Freisetzung genveränderter Organismen massiv gefährdet wird. Der Mensch läuft Gefahr, seine eigenen Lebensgrundlagen in einem weiteren Bereich massiv zu schädigen. Langfristig bringt diese Technik keinerlei Vorteile: der Hunger in der Welt bleibt nach wie vor ein gesellschaftspolitisches Problem, Mehrerträge bleiben sowieso aus und der Mehraufwand für den Pflanzenschutz auf den mittlerweile 45 Millionen Hektar mit genmanipulierten Pflanzen beläuft sich auf 35.000 Tonnen pro Jahr, weltweit.

Gewinner dieser Technologie sind ausschließlich eine Handvoll multinationaler Großkonzerne (Global Player), die sich satte Gewinne ausrechnen und in verschiedensten Bereichen ihre Macht auf den internationalen Märkten festigen sowie weiter ausdehnen wollen. Natur und Mensch sollen der Gewinnmaximierung untergeordnet werden. Dieser Entwicklung ist Einhalt zu gebieten!

Gerade in unserem christlich geprägten Bayernland ist es eigentlich auch als Christenpflicht zu betrachten, diese Risikotechnologie anzulehnen. Unter dem Deckmantel der Humanität stilisieren sich die Gen-Tech-Konzerne zu Weltverbesserer. Ein Blick hinter die Fassade offentbart jedoch einen rücksichtslosen Umgang mit der Schöpfung im christlichen Sinne. Auch das Geschäftsgebaren dieser Konzern hat mit Nächstenliebe (gerade in Entwicklungsländern) nichts zu tun.

Der Landkreis Pfaffenhofen geht auf die benachbarten Landkreise der Region zu mit dem Ziel, auch diese für eine räumlich möglichst ausgedehnte "Agrogentechnikfreie Anbauzone" zu gewinnen ("Agrogentechnikfreie Anbauzone Region 10").

In Europa fordern bisher die Regionen Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Schleswig-Holstein, Aquitaine und Limuosin (Frankreich), das Baskenland (Spanien), Thrace-Rodopi (Griechenland), Toskana (Italien) und Wales (Großbritannien) das Recht, sich zu gentechnikfreien landwirtschaftlichen Zonen erklären zu können. Im Sinne einer bäuerlichen, naturnahen Landwirtschaft ist es dringend geboten, diesen Regionen von Seiten Bayerns an die Seite zu treten. Öffentlich unterstützte privatrechtliche Verträge auf Landkreisebene können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.

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